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© Mo.Zaboli
Ab 4. Juli ist das Damaskuszimmer samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Alle weiteren Ausstellungen des Museums für Völkerkunde Dresden sind geschlossen.

kistengeflüster

Tausende, abertausende Gegenstände aus Afrika, Ozeanien, Australien, Asien und Amerika, die seit dem 16. Jahrhundert gesammelt wurden, werden heute in Dresden aufbewahrt. Mit einer Inventarnummer als Eigentumsnachweis versehen, werden einige von ihnen zusammen mit Schicksalsgenossen in Vitrinen ausgestellt. Doch die meisten Objekte bleiben in den Depots eingeschlossen und warten auf den Tag, an dem sie von einem Wissenschaftler wiederentdeckt oder von einem Restaurator repariert werden.

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Diese Objekte erzählen von individuellen, kollektiven, lokalen und globalen Geschichten. Sie erzählen über den Kontext, in dem sie geschaffen, genutzt, anschließend gesammelt, klassifiziert und in Vitrinen gestellt wurden. Mehr als dass sie den Geist einer Gesellschaft darstellen, sind sie ein Überbleibsel all dessen. Die Biografien dieser Objekte werden für immer unvollendet bleiben.

 Darum haben wir in dieser ersten Station des Prologs versucht, ihnen eine Stimme zu geben, sie – inspiriert von historischen Archivquellen – von sprachlosen Objekten in ihre Geschichte erzählende Subjekte zu verwandeln. Ihr Geflüster erinnert uns daran, dass jedes Objekt, sei es in einer Kiste verborgen oder in einer Vitrine ausgestellt, einen unfassbaren Schatz von Geschichten der Welt birgt, von anderswo und von hier.

Geschichten

Bitte die Bilder anklicken um die Geschichten zu hören.

regie/autor

11 Kisten, 13 Objekte, 11 Geschichten

Regie: matthias kapohl

Matthias Kapohl studierte Germanistik, Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften, Soziologie und Kunstgeschichte. M.A. Arbeitet als freischaffender Hörspielautor und Radioregisseur. Mehrmaliger Stipendiat des Autorenstipendiums der Filmstiftung NRW zur Entwicklung eigener Originalhörspiele wie z.B. „Cyberchonder“, „Karoshi“ und „Mutterseelenallein“. Neben seinen mehrfach ausgezeichneten Arbeiten für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (u.a. CNN Journalist Award, Civis Medienpreis, Hörspielpreis der Akademie der Darstellenden Künste) entwickelt er freie Audioformate, die er mit Künstlern anderer Sparten gemeinsam umsetzt, z.B. das Podcast-Format „Radiojam“ oder Livehörspielperformances wie die Reihe „Die Stimmen der Dinge“ in Kooperation mit Drama Köln und den Acting Accomplices.

Ab und zu tätig als Jurymitglied im Bereich Film und Hörspiel, zuletzt beim Filmfest Lünen und dem Deutschen Hörbuchpreis. Im Jahr 2004 hat er den mittlerweile wichtigsten deutschen Kongress für Ton und Musik in den Medien „SoundTrack_Cologne“ mit initiiert und 10 Jahre lang geleitet. Schwerpunkt seiner Arbeit dort war die Vernetzung und Förderung des internationalen Nachwuchses im Bereich Filmmusik und Sounddesign. Seit 2013 widmet er sich nun ausschließlich seinen eigenen künstlerischen Projekten im Bereich Hörspiel, Radiodokumentation, Podcast und zunehmend auch im Bereich der Klanginstallation. Dabei interessiert ihn vor allen Dingen das weite Feld der Emotionalisierung durch Sound.

autor

Autor: christoph goldmann

 

Christoph Goldmann studierte Lateinamerikanistik, Wirtschaftsgeschichte und Musikethnologie in Berlin, Hamburg, Salamanca und Bologna. Nach seinem Studium arbeitete er zunächst als Autor, Regisseur und Produzent für das deutsche, brasilianische und spanische Fernsehen (ARD/ZDF/Tele Globo/TVE) und für verschiedene internationale Organisationen.

Von 1993-1997 war er Kampagnenleiter der Internationalen Kampagne gegen Landminen (ICBL) für die Frankfurter Hilfsorganisation Medico International. Die Kampagne wurde 1997 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Von 1998 bis 2005 lebte Christoph Goldmann in einem Dorf in Bahia/Brasilien und gründete dort das Kulturzentrum Imagin/Acao. Er eröffnete das erste digitale Kino im ländlichen Brasilien und führte einen Kulturpass ein, der auch armen Menschen Zugang zu Kultur verschaffte. Zurück in Europa arbeitet er seit 2006 wieder als Autor, Regisseur und Produzent für Fernsehen, Film und Hörfunk. Christoph Goldmann lebt zwischen Spanien, Brasilien und Deutschland.

 

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