Museum - Ein lebendiger Ort

im Japanisches Palais

© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Oliver Killig

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Nahezu 100.000 Objekte aus allen Teilen der Welt zählt die Sammlung des Museums für Völkerkunde, darunter Skulpturen, Schmuck, Geschirr und Waffen. Beheimatet ist es im Japanischen Palais an der Elbe, nur wenige Meter vom Goldenen Reiter entfernt. So einzigartig die Exponate sind, so unweigerlich stellen sich heute Fragen nach ihrer Herkunft: Wer hat sie einst angefertigt und warum? Wie kamen sie nach Dresden? Waren sie Geschenke, wurden sie verkauft oder ihren ursprünglichen Besitzer*innen während der Kolonialzeit geraubt?

Eintritt frei

Perched

Die Installation „Perched“ der türkischen Glaskünstlerin und Designerin Felekşan Onar stellt innerhalb der Restaurierungswerkstatt des Damaskuszimmers Fragen nach Heimat, Exil und Flucht. Onar lebt heute in Istanbul, der türkischen Metropole, in der in Folge des syrischen Bürgerkriegs bisher mehr als 500.000 Menschen strandeten. Diese Menschen wissen nicht was als nächstes geschehen wird oder wohin sie gehen werden. Angelehnt an die Exil-Situation syrischer Geflüchteter in der Türkei, fertigte Felekşan Onar „Perched“ - 99 flügellose Glasvögel, wovon 41 innerhalb des Zimmers ausgestellt werden.

© Staatliche Kunstsammlungen Dresden
Installation „Perched“ von Felekşan Onar

Perched

Die feinen Unterschiede ihrer Gestaltung lassen die Vögel für individuelle Biografien und Geschichten von Menschen stehen. In ähnlicher Art und Weise dazu steht die Rekonstruktion des Damaskuszimmers: So stammt es aus einer Region, die in den vergangenen Jahren massive Zerstörungen und Verluste bedeutender Kulturgüter erlitten hat, wodurch das Museum für Völkerkunde auf gewisse Art und Weise sein Exil wurde.

Felekşan Onar, geboren und aufgewachsen in der Türkei, schloss ihr Grundstudium in Wirtschaft und Musikgeschichte an der Cornell University und ein Graduiertenstudium an der Harvard Business School in den USA ab. Sie arbeitet heute in ihrem Atelier in Pera, Istanbul sowie in Berlin und Murano in Italien. Die Werke der Künstlerin werden weltweit in öffentlichen und privaten Sammlungen ausgestellt. 

 

 

Eintritt frei!

Das Damaskuszimmer

Eine um 1810/11 gefertigte Zimmervertäfelung aus Damaskus, Syrien, befindet sich heute in der Sammlung des Museums für Völkerkunde Dresden. Die aufwendig gestaltete Wand- und Deckenvertäfelung mit seinen Reliefornamenten, Blattmetallauflagen und Malereien zierte bis 1899 einen Empfangsraum für Gäste eines Damaszener Altstadthauses. In Dresden entsteht es indes in einem gänzlich neuen kulturellen Kontext wieder.

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Detailaufnahme einer reich verzierten Holzvertäfelung
© Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Dekolonisierung erfordert Dialog, Expertise und Unterstützung

Anlässlich der Jahreskonferenz 2019 der Direktor/innen der Ethnologischen Museen im deutschsprachigen Raum in Heidelberg wurde am 6.5.2019 die folgende Stellungnahme verabschiedet.

Heidelberger Stellungnahme: Dekolonisierung erfordert Dialog, Expertise und Unterstützung

Pressemitteilung des Treffens der Benin Dialogue Group

Die Benin Dialogue Group (BDG) wurde im Jahr 2010 in Wien ins Leben gerufen und vereint kulturpolitisch Verantwortliche auf Staats- und Regionalebene, Museumsvertreter und Vertreter vom Royal Court of Benin City aus Nigeria mit europäischen Museumvertretern und Afrika-Kuratoren aus Wien, Berlin, Dresden/Leipzig, London, Leiden und Stockholm, Hamburg, Stuttgart, Oxford und Cambridge. Die genannten europäischen Sammlungen beherbergen wichtige Objekte und Kollektionen aus dem historischen Benin-Reich in Nigeria. Allen Beteiligten ging es auf informeller Ebene vor allem auch darum, ein freundschaftliches und vertrauensvolles Klima aufzubauen. Zu den erklärten Zielen der Arbeit in der BDG gehörte von Anfang an die vollständige Öffnung der Sammlungen, Sammlungsdigitalisierung und wissenschaftlicher Austausch. Die Erstellung eines digitalen Inventariums von Benin-Objekten, die in Museen der Welt bewahrt werden, dient kooperativen Projekten mit Austausch, aber auch mit Rückführung von Objekten nach Benin City, um Ausstellungen in einem neu geplanten musealen Zentrum der Stadt in den Jahren 2021/22 zu realisieren.

Pressemitteilung des Treffens der Benin Dialogue Group

Zur Sammlungsgeschichte

Schon in der 1560 von August I., Kurfürst von Sachsen, gegründeten Kunstkammer fand sich Exotisches und Kurioses aus anderen Ländern und Kontinenten. Heute umfasst die Sammlung rund 100.000 Objekte. 

Zur Geschichte der Sammlung

Figur zielt mit einem Gewehr
© SKD, Foto: Mo Zaboli

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