Das Damaskuszimmer ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Alle weiteren Ausstellungen des Museums für Völkerkunde Dresden sind geschlossen.

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das Konzept

 

Das Konzept Das Sammeln und das Ausstellen von sogenannten "ethnografischen" Objekten kann nicht auf einen rein wissenschaftlichen Akt beschränkt werden. Es handelt sich um eine vielschichtige Beschäftigung, die gleichzeitig einen besonderen historischen Kontext, den individuellen Geschmack, die Persönlichkeit der Akteure oder einfach das Zusammentreffen verschiedener Umstände widerspiegelt. In diesem Sinne ist die Umwandlung eines Objekts in einen Museumsgegenstand das Ergebnis einer Verkettung von Begebenheiten und einer Verschachtelung von Geschichten. Prolog # 1-10 ist eine experimentelle Werkstattausstellung im Prozess, die auf dem Prinzip des Bricolage basierend in 10 Etappen das Museum erforscht. Die evolutive und partizipative Ausstellung lädt den Besucher ein, Monat für Monat, weiter hinter die Kulissen des Museums zu blicken und die Sammlung immer wieder mit einem neuen Blick zu betrachten. In 10 lebendigen und interaktiven Installationen entwickelt sich eine kritische Analyse einer ethnografischen Sammlung: Was bedeutet die Sammlung des Museums für Völkerkunde für die heutige Gesellschaft? Welche Geschichten erzählt sie? Von wo, über wen und für wen? Damit wird die Ausstellung ein Ort für Auseinandersetzung, Multiperspektivität und Diskussion. Ein Prolog bietet seinem Autor die Möglichkeit eine Erzählform zu wählen und eine Gebrauchsanweisung für das, was folgen wird, offenzulegen. Auf diese Weise entwickelt jede Etappe des Prologs # 1-10 eine neue kritische und eklektische Sichtweise: Objekte, die in ihren Kisten flüstern, projizierte anonyme historische Porträts aus dem Fotoarchiv, eine absurde Wunderkammer über Sammlungs- und Klassifikationswut, eine post-postkoloniale Stilübung, ein umgekehrtes Miniaturvölkerkundemuseum, eine Choreographie von befreiten Masken aus den Depots – so verwandelt Prolog # 1-10 die Leere der Ausstellungsfläche nach und nach in ein gigantisches Labyrinth. Auf der Suche nach neuen Wegen, der Sammlung des Völkerkundemuseums aktuelle Relevanz zu verschaffen, wird Prolog # 1-10 dem Besucher von Mal zu Mal ermöglichen, an ein- und demselben Ort eine jeweils neue und andere Erfahrung zu machen.

 

Die 10 Stationen eröffneten im Japanischen Palais nach und nach...

08.12.2016 ------ Prolog #1 Kistengeflüster / Wispering Boxes

19.01.2017 ------ Prolog #2 Hinter den Spiegeln / Through the Looking Glass

23.02.2017 ------ Prolog #3 Unter der Lupe / Under the Microscope

23.03.2017 ------ Prolog #4 Wer bist Du? / Who are you?

27.04.2017 ------ Prolog #5 TaxoMania

18.05.2017 ------ Prolog #6 Fremd? / Strange?

15.06.2017 ------ Prolog #7 Wir? / We?

27.07.2017 ------ Prolog #8 Parade - raus aus den Schränken! / Parade - get out of the Cupboards!

26.08.2017 ------ Prolog #9 Der Besucher / The Visitor!

14.09.2017 ------ Prolog #10 Last Minute!

grundriss

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die Kuratorin

Nanette Jacomijn Snoep versucht, Museen mit ethnologischen Sammlungen mittels post-kolonialer Methode und Perspektiven neu zu denken, und dabei viel Raum für mannigfaltige Formen von Wissen und Multiperspektivität zu geben. Im Museum rückt sie Fragestellungen zum kolonialen Erbe, den Umgang mit menschlichen Gebeinen, Objektbiografien, die Geschichte des Erwerbskontextes von Sammlungsobjekten in den Fokus.

In diesem Kontext wurden im Oktober 2017 menschliche Gebeine aus der Anthropologischen Sammlung des Dresdner Museums für Völkerkunde - erstmals für den Freistaat Sachsen - nach Hawai'i restituiert. Weitere Rückgaben von menschlichen Gebeinen werden vorbereitet.

2.1.

Vor ihrem Amtsantritt 2015 in Deutschland, war Nanette Jacomijn Snoep 15 Jahre lang am Pariser Quai Branly Museum tätig, zuletzt als Hauptkustodin der Sammlung "Historical and Contemporary Globalisation". Daneben hat sie als diplomierte Ethnologin der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (mit Schwerpunkt Afrika) zehn Jahre lang afrikanische Kunstgeschichte und Sammlungsgeschichte an der Ecole du Louvre in Paris sowie an der Université Nanterre, Paris, gelehrt.

Während ihrer Tätigkeit für das Quai Branly Museum hat sie internationale Ausstellungen kuratiert, darunter "Recettes des Dieux" (2009), "Exhibitions, l'Invention du Sauvage" (Völkerschauen, Die Erfindung des Wilden, 2011), die den Prix du Cristal/beste Ausstellung Frankreichs im Jahr 2011 erhalten hat und "Les Maitres du Désordre (2012) mit Stationen in der Kunsthalle Bonn 2012 (Narren.Künstler.Heilige.Lob der Torheit, 2012) und der Fundacio La Caixa (Los Maestros del Caos, Madrid 2013). 2008 hat sie die Ausstellung "1931. Les étrangers au temps de l'Exposition coloniale" für das neu eröffnete Immigrationsmuseum/Cité Nationale de l'Histoire de l'Immigration in Paris kuratiert. Für Straßburg richtete sie 2014 ein privates Museum in einem ehemaligen Wasserturm ein. Dafür entwickelte sie die Ausstellung "Voodoo. The Art of Seeing Differently".

Nanette Jacomijn Snoep hat zahlreiche Publikationen herausgegeben, darunter "Human Zoos. The Invention of the Savage" (2011) oder "Voodoo. The Arbogast Collection" (2013). Für den Sammelband Museumskunde des Deutschen Museumsbundes hat sie 2016 den Artikel "From Paris to Berlin and back: 15 years of debate on what a twenty-first museum of world cultures could be" publiziert. In Zusammenhang mit den heutigen Debatten rund um Museen für Weltkulturen erschien in der Welt am 20.02.2018 ihr Artikel "Schluss mit dem System der Kolonialität!".

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